Überseequartier
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Zu den Projekten:
- Projekt 34/1: Wohn- und Geschäftsgebäude Arabica
- Projekt 34/2: Wohn- und Geschäftsgebäude Java
- Projekt 34/3: Wohngebäude Ceylon
- Projekt 34/4: Wohngebäude Pacamara
- Projekt 34/5: Altes Hafenamt/ Wohnturm Cinnamon
- Projekt 34/6: Wohn- und Geschäftsgebäude Sumatra
- Projekt 34/7: Wohnen / Einzelhandel / Hotel
- Projekt 34/8: Geschäftsgebäude Silk
- Projekt 34/9: Geschäftsgebäude Linnen
- Projekt 34/10: Geschäftsgebäude Palisander
- Projekt 34/11: Geschäftsgebäude Palisander
- Projekt 34/12: Science Center
- Projekt 34/13: Geschäftsgebäude Waterfront Towers
- Projekt 34/14: Cruise Center HafenCity
- Projekt 34/15: Wohnen / Einzelhandel / Gastronomie / Büro
- Projekt 34/16: Wohnen / Publikumsbezogene Erdgeschossnutzung
Quartiere
Überseequartier – ein neues Stück City entsteht
Zentrales Herzstück der HafenCity ist das Überseequartier. Während am nördlichen Überseeboulevard Büros und Geschäfte bezogen werden, ist der Süden noch eine große Baustelle
Im Norden des Quartiers (rechts) wird seit Herbst 2007 gebaut; fast alle Gebäude sind hier inzwischen fertiggestellt. Als einziges historisches Bauwerk des gesamten Gebiets ist das denkmalgeschützte ehemalige Alte Hafenamt erhalten geblieben. Nachdem die U-Bahnhaltestelle Überseequartier im Rohbau fertiggestellt wurde, kann die Quartiersentwicklung in 2011 auch im Süden beginnen (© ELBE&FLUT) Bilderserie starten
Im Überseequartier entsteht die zu-künftige „City“ der HafenCity. In dem rund 13,7 ha großen Stadtraum werden ca. 1.000 Menschen wohnen und bis zu 7.000 Menschen arbeiten; etwa 40–50.000 Besucher und Touristen werden täglich imposante Anziehungspunkte wie das Kreuzfahrtterminal und möglicherweise das Science Center erleben oder durch die vielen Geschäfte, Galerien und Gastronomien flanieren.
Es ist eine besonders anspruchsvolle kommerzielle Nutzungsmischung, deren Realisierung sukzessive von Nord nach Süd erfolgt. Das gesamte Quartier soll 2015 nahezu vollendet sein. Der Nordteil des Boulevards, der bisher dichteste Stadtraum der HafenCity mit einer GFZ von über 5,0, wurde bereits im Oktober 2010 mit einem Straßenfest eingeweiht.
Mit den ersten Wohnpionieren, die seit Herbst 2010 die inzwischen etwa 340 fertigen Mietwohnungen (klassische Wohnformen, Maisonettewohnungen, integrierte Stadthäuser) beziehen, richten sich auch immer mehr Einzelhändler und Gastronomen ein, die ebenso wie Banken und der erste Frischemarkt die Nahversorgung sichern. Zu den temporären Nutzern zählen Galerien und Modedesigner. Im Sommer 2011 eröffnete die 25hours Hotel Company ihr Hotel mit 170 Zimmern, dessen Design maritime und Hafenthemen in den Zimmern und öffentlichen Räumen aufgreift.
Gegenüber dem Hotel (34/7) an der Überseeallee wurde im Oktober 2010 die U-Bahnhaltestelle Überseequartier für die neue Linie U4 im Rohbau fertiggestellt. Im Frühjahr 2011 begann dort auch der Bau des südlichen Überseequartiers. Während im nördlichen Quartiersteil Wohnungen, Büroflächen und kleinere Geschäfte entstanden, wachsen im Süden Gebäude heran, die großflächige Büroeinheiten und Einzelhandelskonzepte beherbergen. Wohnungen werden im Südteil wegen der Emissionen des nahen Kreuzfahrtterminals nicht gebaut.
Shoppen unter freiem Himmel
Im gesamten Quartier integriert sich der Einzelhandel in 16 frei stehende Gebäude (und nicht in eine geschlossene Shopping Mall). Auf diese Weise wird das Flanieren und Einkaufen in urbaner Atmosphäre mit Wasserbezug erlebbar. Kontrastreiche Freiräume nehmen den dichten Nutzungsmix des Überseequartiers auf: Mal laden ihre Promenaden zum Flanieren, mal zum Verweilen ein, mal öffnen sie sich zu großzügigen Boulevards, Plätzen oder Terrassen, dann wieder bieten sie geschützte Räume – gerade auch für die Bewohner des Quartiers. Für die Freiraumgestaltung des Quartiers verwendete Beth Galí mit ihrem Büro BB + GG Arquitectes übergreifende längs- wie quergestreifte Bodenbeläge aus braunem, grauem und rötlichem Granit. Auf der gesamten Fläche spielt die Freiraumarchitektin mit Höhenunterschieden – Rampen, Treppen oder Terrassen verbinden verschiedene Ebenen.
Den Mittelpunkt des Quartiers stellt der Überseeboulevard dar. Wie ein mäandrierender Fluss zieht er sich durch das gesamte Quartier von der Speicherstadt bis zur Elbe. Durch geschwungene Laufwege und Fassaden lässt er auf 750 m Länge abwechslungsreiche Stadträume entstehen, mancherorts öffnet er sich zu Plätzen. Auf Schritt und Tritt verändert sich so das Quartier; es präsentiert sich wie aus einem Guss und überrascht doch immer wieder mit neuen Perspektiven. Ebenso beeindruckend sind die einzelnen Bauwerke. Mit seiner dramatisch geneigten Fassade zieht das von Erick van Egeraat entworfene, kontrovers diskutierte Sumatra-Gebäude (34/6) die Blicke auf sich; aus dem Kontrast zu dem gegenüberliegenden Alten Hafenamt (34/5) ergibt sich ein einzigartiges Spannungsverhältnis.
Rund um das 1885/86 gebaute Alte Hafenamt – dem einzigen noch erhaltenen Backsteingebäude des Gebiets – soll sich ein gastronomischer Kern für die HafenCity ausbilden. Während im Innern des denkmalgeschützten Gebäudes Gastronomie geplant ist, bieten draußen Marktstände ihre Waren an – zunächst auf dem Überseeboulevard, nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an dem Altbau dann ab 2014 auf dessen angrenzenden Freiflächen. Die Sanierung sowie die Erweiterung um einen schlanken Wohnturm (dessen Bau kurzfristig beginnen soll) plant das Büro Bolles + Wilson. Es entwarf auch den auf dem Areal bereits in Betrieb befindlichen InfoPavillon: Schon seit 2008 geben Modelle und Multimedia-Exponate hier einen Einblick in die Entwicklung des Überseequartiers.
In wenigen Minuten am Jungfernstieg
Weiter südlich führt der Überseeboulevard bis zu den drei – auch architektonisch – herausragenden Anziehungspunkten des Areals. Mit den Waterfront Towers (34/13) hat das Büro UN Studio (Ben van Berkel) einen überzeugenden Entwurf für die Elbseite des Überseequartiers geliefert; die beiden Solitäre markieren unverkennbar den südlichen Abschluss des städtebaulichen Ensembles, imposant gefasst durch den von Rem Koolhaas entworfenen „Großen Ring“ (34/12) sowie das voraussichtlich 2013 in Bau gehende neue Kreuzfahrtterminal (34/14).
Die direkte Anbindung stellt zusätzlich zu HVV-Bussen ab Herbst 2012 die neue U-Bahnlinie U4 her; die Fahrtzeit vom Jungfernstieg beträgt nur drei Minuten. Selbst Fußgänger benötigen allenfalls zehn Minuten, um vom Jungfernstieg oder dem Rathaus über den Domplatz und den Dar-es-Salaam-Platz bis ins Überseequartier zu gelangen. Seit Mitte Juni 2011 die Platz- und Promenadenflächen am Magdeburger Hafen (gegenüber dem nördlichen Überseequartier) mit einem großen Fest eingeweiht wurden, sind die Binnenalster und die Elbe über die „Domplatz-Achse“ noch stärker zusammengerückt. Unter dem gesamten, nur für Fußgänger zugänglichen, Überseequartier entsteht eine große Tiefgarage mit rund 3.400 Stellplätzen, von denen heute bereits 1.200 zur Verfügung stehen.
Verantwortung aus einer Hand
Die Entwicklung des zentralen Überseequartiers begann 2003 mit einem zweistufigen internationalen Investorenwettbewerb, in dessen Anschluss das Areal im Dezember 2005 an ein niederländisch-deutsches Investorenkonsortium (bestehend aus ING Real Estate, SNS Property Finance und Groß + Partner Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH) verkauft wurde. International renommierte Architekten entwickelten ein städtebauliches Gesamtkonzept auf Basis eines städtischen Masterplans (Trojan Trojan + Partner). Zwei Jahre später, also im Herbst 2007, erfolgte im Norden des Quartiers der Auftakt für die Bauarbeiten. Der Großteil des Überseequartiers liegt somit in einer Hand. Die Ausnahme bilden zwei Grundstücke im nördlichen Bereich (34/15–16), die 2010 für Wohnbebauung ausgeschrieben wurden. Hier werden ca. 230 Wohneinheiten entstehen, wünschenswert sind auch kulturelle Nutzungen wie ein Theater oder ein Kino.
Bereits in der Endbauphase des nördlichen Überseequartiers nahm das Quartiersmanagement seine Arbeit auf; übergreifend für alle Vermieter und Eigentümer der Einzelgebäude nimmt es eine Vielzahl von Aufgaben wahr, z. B. die Organisation von Straßenfesten, Sicherheitsleistungen oder auch die Pflege des Stadtbildes. So wird der öffentliche Charakter des Quarteris gestärkt und seine intensive Nutzung erleichtert. Obwohl sich auch die Verkehrsflächen zwischen den Gebäuden in privatem Eigentum befinden, ist durch besondere kaufvertragliche und grundbuchliche Regelungen gesichert, dass es im Überseequartier öffentliche Nutzungsrechte ähnlich de-nen für Straßen und Plätze gibt. Erlaubt sind demnach z. B. Demonstrationen, Straßenmusik oder der Aufbau von Informationsständen.
Heute muss man noch viel Fantasie aufbringen, denn der Stadtteil Überseequartier hat sich aufgrund der Finanzkrise nicht so schnell realisieren lassen wie erwartet. Deshalb fehlt dem Norden auch die Verlängerung zur Elbe, zur U-Bahn-station und somit noch ein großer Teil der Lebendigkeit, die das Quartier einmal auszeichnen wird.







